CHRONIK

Kurzfassung

Der Ortsname beruht wahrscheinlich auf dem häufigen Flurnamen Kern. Auf dem Friedhofskreuzvon 1678 wird er mit Feldkern angegeben. Im 18. Jahrhundert wurde die Bezeichnung Landkern amtlich. Neben zahlreichen adeligen und geistlichen Herren besaß im Mittelalter die Abtei Brauweiler (bei Köln) hier reiche Güter. "zo kerne up clotter berge gelegen" (1509/1539).
Dies zeigt die Zugehörigkeit Landkerns zu Klotten seit dem frühen Mittelalter.
1512 erhielt der Ort die Genehmigung einer Sonntagsmesse.
1728 erfolgte die Abtrennung von Klotten und die Erhebung zur Pfarrei, zusammen mit den Orten Greimersburg, Illerich und Wirfus.
1563 hatte Landkern 14 Feuerstellen (ca. l00 Einwohner)
1680 - 14 Feuerstellen
1778 - 137 Einwohner
1832 - 308 Einwohner
1918 - 515 Einwohner
1980 - 750 Einwohner
2000 - ca. 900 Einwohner.

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Kern, so hieß unser Dorf, als die Enkelin eines rheinischen Pfalzgrafen und vertriebene Polenkönigin Richeza, welche damals in Klotten an der Mosel lebte, um das Jahr 1051 zahlreiche Schenkungen an das Kloster Brauweiler bei Köln machte, darunter ein Hof zu Kern.

Kern war wohl damals das kleinste Dorf der vielen Bergdörfer die zum Hochgerichtsbezirk Klotten gehörten. Nacheinander gab Klotten die Pfarreien Urschmitt, Kaifenheim und Hambuch ab, so dass nach 1335 nur noch die Dörfer Greimersburg, Landkern, Illerich und Wirfus zur Pfarrei gehörten, was aber die vier sogenannten Bergdörfer als sehr lästig empfanden. Daher richteten sie ein Bittgesuch an den damaligen Erzbischof Richard von Greifenklau in Trier, welches von den Heimbürgern von Greimersburg, Landkern, Illerich und Wirfus, sowie von den Hofmännern in Esper, Fahrenday, Neuhof, Kaveloch und Annisch unterzeichnet war.

Am 21. Januar 1512 gab der Erzbischof der Bitte nach und genehmigte eine Sonntagsmesse abwechselnd in den Kapellen zu Kern un Illerich. In der Stiftsurkunde wurde ausdrücklich festgelegt, daß alle „Filialisten“ mit ihrem Kaplan an folgenden Festtagen in der Pfarrkirche zu Klotten der hl. Messe beiwohnen mußten, nämlich an Karfreitag, Ostern, Pfingsten, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen, Weihnachten und Lichtmess. Auch war festgelegt, daß der Kaplan „eine Behausung bei der Kapelle zu Kern und genügend Ackerland, Wiesen und frei bei unserem Vieh 50 Schafe, 5 Schweine, 4 Kühe hat“.

Die Taufen wurden teilweise in Kern abgehalten, aber in das Taufbuch in Klotten eingetragen. Die Sendschöffen mußten für die Einhaltung aller Vorschriften ihren Eid leisten.
Damals wurde noch jährlich der Jahrding abgehalten, zu dem auch der Herr, Junker, Ritter, Fürst mit viel Anhang kam.

"Leutselig von oben, aufrichtige Ehrerbietung von unten her"

Dingtag war Zinstag und Gerichtstag. Alle Genossen der Mark mußten eidlich geloben, Funktionen der Ordnung und Sicherheit wahrzunehmen. Daraus ergab sich auch die Rügepflicht. Als der Amtmann als Beamter des Landesherren nach 1500 immer mehr in die Dorfgenossenschaften hineinregiert, verlieren die Ordnungsfunktionen der Bürger mehr und mehr an Bedeutung und man sucht immer häufiger privaten Ausgleich.
Subalterne Beamte waren Hirten,Förster, und Schützen. Die Schwere Zeit des 30jährigen Krieges ging auch bei uns nicht spurlos vorüber.

1620 sind die heiligen Gefäße von Soldaten geraubt worden, ebenso in Greimersburg. 1656 liegt die Kapelle in Illerich in Trümmern.

Auch der Hexenwahn in der Zeit kann nicht unerwähnt bleiben. Ein Ereignis sollte unbedingt beachtet werden um die Zeit zu verstehen. Im Jahre 1689 wurden von,den Truppen des Sonnenkönigs Ludwig dem XIV. fast alle Burgen der Region zerstört. Nur die Burg Eltz und das Schloß Bürresheim blieben unversehrt. Seit dieser Zeit sind Burg Coreidelstein und Winneburg Ruinen. Besonders grausam gingen die Soldaten am 24. und 25. August in Cochem vor, wo damals über die Hälfte der Bevölkerung ermordet wurden. Wie weit damals unser Dorf davon betroffen wurde ist nicht bekannt.

Die Einwohnerzahlen verdeutlichen -hier im Vergleich Landkern und Greimersburg-, die schweren Zeiten.:
1563 14 Feuerstellen in Kern
26 Feuerstellen in Greimersburg
1680 14 Feuerstellen in Kern
18 Feuerstellen in Greimersburg
1684 12 Feuerstellen in Kern
22 Feuerstellen in Greimersburg,
Zu einer Feuerstelle (Familie) zählte man im Durchschnitt 7 Personen (auch bis 10 Personen).
In der folgenden Zeit erhöht sich die Einwohnerzahl wesentlich.
Hier noch einige Vergleiche:
1717 17 Familien In Landkern
1778 137 Einwohner in Landkern
221 in Greimersburg
1832 Landkern 56 Familien, 20 Kommunionkinder (308 Seelen)
Greimersburg 66 Familien, 236 Kommunionkinder (385 Seelen)
1848 Landkern 441 Einwohner
Greimersburg 478 Einwohner
1872 Landkern 589 Einwohner
Greimersburg 514 Einwohner

Hier ist der Neubau unserer jetzigen Pfarrkirche mit dem starken Anwachsen der Einwohner begründet. Die Grundsteinlegung war am 14. August 1859.

Illerich mit Wirfus war 1844 eine eigene Pfarrei geworden.

Am 21. Juni 1726 führen die Bemühungen der vier Bergdörfer zum Ziel. Klotten gibt die Einwilligung zur Abtrennung. 1728 kann der erste Pfarrer der neuen Pfarrei Landkern, Franz Wilhelmy, geb. in Hambuch, mit der Führung der Tauf- und Sterbebücher beginnen. Zur neuen Pfarrei gehören neben 4 Bergdörfern, der Hof Esper (1399 zum erstenmal erwähnt, er gehörte den Deutschherren in Koblenz), der Hof Fahrenday (in der Urkunde 1431 beim Verkauf zu 1/3 an Kloster Maria-Laach wird als Besitzer die Familie Frey von Dehren erwähnt).
Der Neuhof wird 1534 genannt, dazu kamen 16 Mühlen, davon 3 am Wirfuser Bach. Die Siedlungen gehörten bis dahin zum Kurtrierischen Dekanat Zell.

Die 1511 erstmals erwähnte Kapelle in Landkern, deren Kirchenpatron damals bereits der Hl. Servatius war bekommt am 13.8.1737 kurz nach der Pfarrerhebung eine Nachfolgerin.
Die neue Kirche war ein kleiner, geosteter Bau mit hohem Westturm und lag parallel zur Straße (nach Greimersburg). Die Baulasten hatte die Fabrik (Pfarrvermögen) zu tragen. Für den Turm mußte die Gemeinde aufkommen.
Die 1511 erwähnte Kapelle hatte 2 Altäre, die neue Kirche hatte 3 Altäre. Wie bereits erwähnt, bekommt die Kirch 1862 schon eine Nachfolgerin, die am 22. Juli eingeweiht wurde. Damals wurde auch die noch heute vorhandene Orgel eingebaut.

Von 1777 bis 1860 hören wir von vier Glockenweihen und 1861 wieder von 3 neuen Glocken für die Kirche. Von diesen Läutewerken überlebte nur eine Glocke den zweiten Weltkrieg.

Nicht unerwähnt bleiben darf der große Brand in Greimersburg am 28.3.1776, wobei der gesamte Ort abbrannte, mitsamt der Kapelle , bis auf 10 Häuser. Daher wurde auch der in Landkern anstehende Pfarrhausbau zurückgestellt, von dem heute nur noch die Scheune erhalten ist.

1630 hatte Kern noch keine Schule. Die Einwohner sprechen aber bei den von Zeit zu Zeit stattfindenden Visitationen den Wunsch danach aus. Ein erster bekannter Lehrer hieß Peter Schnitzler. Er starb 1769.

1779 gingen 29 Buben und 9 Mädchen zur Schule. Das Schulgeld betrug für die Winterschule 13 Albus und für die Sonn und Feiertagsschule 3 Albus.

Nur einmal ist von einem Landkerner Priester die Rede, Joh. Peter Bast, geb. 01.05.1881 in Landkern wird Priester in Kansas (USA).

Obwohl viele Priester in der Pfarrei Landkern bedeute Arbeit geleistet haben (Erbauer der heutigen Kirche Joh. Kröll, von 1841-1878 in Landkern), ist bis heute der Priester Matthias Weber, der von 1892 bis 1934 in Landkern war, vor allem bei den älteren Bürgern in Erinnerung geblieben. Von ihm hieß es im Porträt eines Eifeler Dorfpfarrers:

„Matthias hieß er und er konnte gar keinen anderen Taufnamen haben als diesen tönenden Apostelnamen des Bistumspatrons seiner Heimat. Dieser Name entsprach in seinem Klang der Wucht seiner äußeren Gestalt und passte zu ihm wie die Axt zum Holzfäller, wie der Turm zu seiner Bergkirche."

Zum Patronatsverhältnis.
Kern lag ehedem im Bering des Hochgerichtes Klotten, das König Adolf v. Nassau in Geldnöten im Jahre 1294 dem Erzbischof Boemund von Trier verpfändete und nie mehr eingelöst hat, so daß der Fiskus Klotten von da an zu Kurtrier gehörte. Alle Orte der Pfarrei Klotten werden bis 1794 zum Amt Cochem gezählt. Nach 1800 gehörte Landkern zum Kanton Kaisersesch.

Der Zehntherr.

Im Gericht von 1569 ist zu lesen, daß der Domdekan in Trier eine erste Hälfte erhielt und von der zweiten Hälfte 2/3 das Domkapitel und 1/3 die Familie Haust von Ulmen, damals Anna Haust, Gattin des Philipp Haust von Ulmen.
In der Folgezeit sind noch folgende Zehntherren bekannt:
Die Kartäuser in Trier, Der Dom in Trier, die Familie Junker Frey von Dehren, Das lambertinische Seminar in Trier.
Um eine Vorstellung vom Zehnten in Kern zu erhalten, können nur der Zehnt in Greimersburg, der 1569 27 Malter Frucht ausmachte, und in Illerich der zur gleichen Zeit 50 Malter Frucht betrug, herangezogen werden.
Auch wird berichtet, daß sich die Zehntherren in Ker zeitweise nur die Wolle der Schafe nahmen um sich am Bau der Kirche nicht beteiligen zu müssen (1737).
Bleibt noch zu erwähnen, daß der bis 1946 zur Pfarrei Landkern gehörende Ortsteil Neuhof zur dann neu gegründeten Pfarrei Martental kam.
Der Sommeter Hof am Jünkerwald gehörte nicht zu Landkern. Bei der Versteigerung des Fahrendeier Hofes im Jahre 1838 steigerte ein Hubert Laubach vom Hof Sommet mit.
Heute findet man nur noch kleine Mauerreste von diesem Hof. Ebenso der in der Karte von 1810 eingezeichnete Hof Neudhof ist völlig verschwunden, sowie der Stillshof in der Nähe des Sommeter Hofes.

Heute gehören zur Gemeinde Landkern die Höfe Esper, Dreifaltigkeit und die Siedlungen Neuhof, Meilenstein, Jorscheid und einzelne Häuser von Schöne Aussicht, zusammen knapp 900 Einwohner.

Zusammengestellt von Hans Möllmann 1980

Landkern heute:

Die Gemeinde hat eine flächenmäßige Ausdehnung von 1.146 ha, hiervon ca.363 ha Wald. Sie ist damit die größte Gemeinde im Verbandsgemeindebezirk Kaisersesch.
Am 8.4.1981 wurde Landkern vom Minister für Wirtschaft und Verkehr als Fremdenverkehrsgemeinde staatlich anerkannt!

 

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