DIE UMGEBUNG

Das Enderttal

In Unmittelbarer Nähe zu Greimersburg und Landkern liegt das romantische Tal des Endertbaches. Es bietet gut ausgebaute Wanderwege entlang der Endert mit ihren zahlreichen alten Mühlen, die heute teilweise als Lokale ausgebaut sind –wie die Göbelsmühle, die weiter unten beschrieben ist. Die folgende historische Betrachtung ist ein Auszug aus der Broschüre „Das Enderttal“. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rudolf Müsch, Greimersburg.Wanderkarte

Die Endert, ein mittlerer Gebirgsbach, entspringt zwischen Ulmen und Höchstberg, fließt durch ein wildromantisches, zerklüftetes, einsames unwegsames Tal und mündet in Cochem in die Mosel. In früheren Zeiten, bevor noch die Eisenbahn das Moseltal erschloß, waren die einsamen Endertmühlen, deren es einstmals 28 gab, gutgehende   Kleinbetriebe. Die primitiven Einrichtungen genügten, um die Besitzer zu ernähren. Deshalb war es einem jungen Müller leicht möglich, die reichsten Bauerstöchter diesseits und jenseits der Endert heimzuführen, worauf sich der damalige Wohlstand der kleinen Mühlen zurückführen ließ.

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Zu erwähnen ist hier noch, daß die Endertmüller früher keine Karre besaßen, wohl wegen der steilen und schlechten Wege, die nur schmale und steinige Pfade darstellten. Alles Getreide und Mehl wurde von und zu den Mühlen „über Rück“, d.h. über den Rücken des Tragesels befördert. Als Mahllohn nahmen die Müller am liebsten Geld, doch ließen die Kunden aus Geldmangel meist „moltern“,  d. h. den Mahllohn in Mehl oder Kleie abziehen. Auf dem Rücken des Esels brachten die Müller dann das Mehl nach Cochem auf die städtische Waage und verkauften es dann an die Weinbauern bzw. Winzer der Mosel (Miseler). Weiter gibt es hier noch zu berichten, daß am Katharinenmarkt (25. November) alle Mühlen in der Endert stillstehen mußten, weil an diesem Tage kein Mühlrad rundgehen durfte. Als eines der Hauptbestandteile der Mühle wäre das Mühlrad zu nennen. Durch einen extra dafür angelegten Mühlengraben wurde das Wasser aus dem Endertbach geleitet, sodaß mit dessen Kraft der Mahlvorgang gestartet wurde. Dieser Mühlengraben war gerichtlich eingetragen uns somit ein geschützter Bestandteil jeder Mühle. Ein zweites wichtiges Teil war der Mühlstein, wobei zwei aufeinander laufende Steine das über einen Trichter aufgeschüttete Getreide zu Mehl werden ließen.

Im Zuge der Modernisierung wurden einige Mühlen, die Browels- Schneiders und die Weißmühle, mit einem Walzenstuhl ausgestattet. Hier sorgten zwei Walzen für das Zerreiben des Getreides. So machte die fortschreitende Technik auch vor dem Enderttal  keinen Halt, wobei es z.B. im Laufe der Jahre ans Strom- und Telefonnetz angeschlossen wurde. Auch die Wege wurden ausgebaut, so daß man heute mit einem dafür geeigneten  Fahrzeug jede bewohnte Mühle mühelos erreichen kann. In jüngster Zeit wurden die Wanderwege auf der Greimersburger Seite in hervorragender Weise neu ausgezeichnet, damit jeder fremde Wanderer das Enderttal erreichen kann, um sich dort an Gottes herrlichem Schöpfungswerk zu erfreuen.

Endert-Wasserfall
Der eingefrorene Wasserfall beim Kloster Martental

 

Die Göbelsmühle

Peter Göbel, 1711 geboren, der von einer Mühle am Wirfuser Bach kam, war der erste Müller dort . Dieser vererbte sie seinem Sohn Johann. Nach dessen Tod ging das Anwesen dann an seinen Sohn Anton über.

Als Anton Göbel mit dem Abschmieren des Mühlrades beschäftigt war, rutschte er so unglücklich aus, daß ihn das  Rad erfaßte, wobei er im Alter von 46 Jahren getötet wurde.
Den Mahlbetrieb führte nun sein Sohn Michael weiter aus. Michael Göbel, von dessen Feder ein Teil dieser Erzählungen stammt, wurde im Jahre 1878 in der Göbelsmühle geboren. Er heiratete 1902 Katharina Hammes aus Büchel. Aus der Ehe gingen zwölf  Kinder hervor. Der elf Jahre alte Sohn Anton wurde 1922 von einem angeschossenen Keiler (Wildschwein) getötet.

Im Weltkrieg 1914-1918 war Michael Göbel von Anfang an eingezogen, in dieser Zeit versorgte sein Onke die Mühle. Zwei Geschwister von ihm ließen sich in Büchel nieder und wurden sehr alt. Nach dem letztem Weltkrieg übernahm Jakob Göbel, ein Sohn von Michael Göbel, die Mühle. Er baute 1946 das unterhalb der Mühle stehende Tanzzelt.

Im Winter des Jahres 1955  wurde die Mühle von einem schlimmen Naturereignis heimgesucht. Bedingt durch die große Kälte fror der Endertbach vollständig zu. Als sich nun später durch die steigenden Temperaturen das Eis löste, stürzten sich die Brocken tosend ins Tal, was man im Volksmund Eisgang nennt. Wie es nun das Schicksal so wollte, kam es in einer Januarnacht unterhalb des Hofes zu einem Eisstau. In Sekundenschnelle bildete sich ein meterhoher Eisberg und das nachfließende Wasser verwandelte den Hof in einen riesigen See. Das Wasser drang in die Innenräume ein und die Eisschollen bedrohten das Gebäude von außen. Die zur Hilfe gerufene Feuerwehr aus Greimersburg konnte durch ihren tatkräftigen Einsatz die Inneneinrichtungen retten.Glücklicherweise trieben die gefährlichen Eisbrocken bald weiter talabwärts, so daß durch Gottes Fügung ein schlimmeres Unheil abgewendet werden konnte.

Für so manchen Endertwanderer ist die Göbelsmühle  eine gern besuchte Gaststätte, die von Michael Göbel im Jahre 1902 eröffnet wurde, im wildromantischem Enderttal.

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